Insektenhotel bauen ?

Insektenhotels sind von Menschenhand geschaffene Überwinterungshilfen für die unterschiedlichsten Insektenarten, deren Ansiedlung im Garten erwünscht ist. Mit so einer naturnahen Unterkunft wird ein Teil des natürlichen Lebensraumes von Hummeln, Ohrwürmern, Florfliegen oder Wildbienen nachgestaltet, der den Tieren durch die moderne Lebensweise des Menschen immer mehr verloren geht.

Insektenhotel schafft neue Lebensräume

Der Anbau von Monokulturen ist zwischenzeitlich nicht nur in Entwicklungsländern zu einer guten Tradition geworden. Einer Tradition, die verheerende Folgen mit sich bringt. Als Beispiel sei der Maisanbau erwähnt, der nur selten noch mit der Gewinnung von Lebensmitteln im Zusammenhang steht. Immer mehr natürliche Flächen müssen weichen, denn Biogasanlagen lassen sich lukrativ mit Maishäcksel füttern. Nicht nur, dass die fehlende Fruchtfolge auf den Feldern zu Ertragsminderungen und Anfälligkeiten der Pflanzen gegenüber Schädlingen führt. Der Einsatz von chemischen Düngern und Pflanzenschutzmitteln nimmt außerdem zu. Folglich leidet die Gesundheit von Mensch und Tier. Doch während der Mensch sich in der kalten Jahreszeit in seine vier Wände zurückziehen kann, haben Tiere nur noch wenige Möglichkeiten, Schutz vor Frost und Wind zu finden. Abhilfe schafft hier – zumindest teilweise – der Einsatz von Insektenhotels.

Eigenbau einer Insektenbehausung

Das Insektenhotel gibt es bereits seit den 90er Jahren. Es wurde speziell für die Bedürfnisse unterschiedlicher Insektenarten konzipiert und ist inzwischen in vielen Gartenversandhäusern und –fachgeschäften zu finden. Ein Insektenhotel lässt sich jedoch auch kostengünstig allein herstellen.

An Materialien für den Eigenbau werden benötigt: eine Baumscheibe oder ein doppellagiger Kleintierdraht, zwei Bretter, deren Länge den Durchmesser der Baumscheibe leicht überschreitet, Füllmaterial, wie Holzwolle, Moos, Schilf, Bambusröhren oder Holzspäne, Schrauben und Nägel. Als Werkzeug dienen eine Bohrmaschine mit Bohrern unterschiedlicher Größe, Säge, Hammer und Schraubendreher.

Verschiedene Modelle von Insektenunterkünften

Einige Insektenarten stellen nur sehr wenige Ansprüche an ihre Unterkunft. Solitärbienen beispielsweise geben sich damit zufrieden, wenn ihnen eine mit Löchern unterschiedlicher Stärke durchbohrte Holzscheibe zur Verfügung steht. Sie wird senkrecht an einer wind- und wettergeschützten, dafür aber vollsonnigen Haus- oder Laubenwand aufgehängt. Entweder wird ein bereits vorhandener Dachüberstand genutzt oder die Baumscheibe erhält ein Dach aus zwei schräg zueinander angebrachten Brettern. Nach Möglichkeit sollten in Standortnähe viele unterschiedliche Blütenstauden und Sträucher wachsen.

Gleiche Standortvoraussetzungen gelten für die Aufstellung alle Insektenunterkünfte, die unter anderem auch aus einer doppelten Lage Kleintierdraht bestehen können. Hierzu werden beide Lagen auf die individuell gewünschte Größe zugeschnitten und an drei Außenkanten jeweils mit Brettern verbunden. Durch die vierte Außenkante können Füllmaterialien eingebracht werden, wobei diese nach Belieben angeordnet sein dürfen.

Wer sich nicht so viel handwerkliches Geschick zutraut, wählt einen Terrakottatopf, in den er ein Bündel aus Strohhalmen steckt, das mit einem Draht zusammengehalten wird. Dieser wird das Bodenloch des Topfes geführt und dient gleichzeitig als Aufhängevorrichtung. Alle Modelle sollten ein Dach zum Schutz vor einlaufendem Regen- und Schmelzwasser erhalten.
Bereits im zeitigen Frühjahr, wenn erste zarte Blüten ihre Köpfe herausstrecken, werden die Überwinterungsgäste aktiv nach Pollen suchen und auf diese Weise ihre Brut füttern. Für die Bestäubung der Pflanzen ist ebenfalls gesorgt.