Freilauf Beagle
 
 

Meine Beagle haben ausgeprägten Jagdtrieb, vor allem Joya. Es wäre nun einfach zu sagen, dass man den Jagdtrieb mit einem Ferntrainer in den Griff bekommt. Ich persönlich arbeite lieber etwas länger mit den Hunden und stelle mich der Herausforderung. Ich habe mich bewusst für die Rasse entschieden und möchte den Jagdtrieb nicht unterdrücken- sondern ihn so gut es geht kanalisieren.

Ich habe viel gelesen, das Eine oder Andere ausprobiert. Natürlich ist ein Maß an Grundgehorsam Voraussetzung für den Freilauf. Allerdings ist eine noch so gute Erziehung keine Garantie, dass der Beagle nicht einer Spur nachgeht. Ich habe eine gute Möglichkeit gefunden, die Aufmerksamkeit meiner Beagle beim Spaziergang zu verbessern. Die ersten Minuten auf dem Spaziergang fordere ich sie gar nicht, sie können sich austoben. Wenn sie ansprechbarer werden, mache ich mit ihnen leichte Übungen, die sie sicher beherrschen und Spaß bringen. Zum Beispiel lasse ich sie Sitz machen, entferne mich und verstecke das Lieblingsspielzeug (gibt es nur auf dem Spaziergang zu sehen).

Luna schaut interessiert hinterher, was ich dort mache

Dann gebe ich das Kommando "Such" und das Spielzeug wird gesucht.

Laut Nase muss es hier irgendwo sein ;-)

Bei Erfolg wird der Hund durchgeknuddelt und mit einem Leckerli oder ausgiebigen Spiel belohnt. Luna und Joya sind nun gespannt, was Frauchen sich als nächstes einfallen lässt und die Aufmerksamkeit ist erhöht.

Oft klettern wir gemeinsam über Baumstämme, balancieren etc. Die Baumstämme sind auch sehr gut für Suchspiele geeignet.

 
Luna klettert und sucht die von mir versteckten Leckerlis

Ohne diese Beschäftigungen würde es Luna und Joya schnell langweilig werden und es wäre nur eine Frage der Zeit, bis sie im Freilauf eigene Wege gehen würden. Spielerisch lässt sich auch das Abrufen zwischendurch immer wieder gut üben.

Joya ist noch nicht ganz so weit wie Luna. Mit ihr übe ich auch im Wald, aber an der Schleppleine. In der Feldmark oder auf überschaubaren Wegen genießt aber auch Joya immer mehr das Leben ohne Leine.

Schnell Frauchen hinterher
 
Joya beobachtet mich, wie ich im Gras was verstecke
 
Eindeutige Körperhaltung- Joya hat was gesichtet

Ich kommuniziere viel mit meinen Hunden auf den Spaziergängen. Diese Zeit gehört nur uns. Es wird alles gemeinsam entdeckt und erobert. Das ist meiner Meinung nach der Schlüssel zum Erfolg. Klar gibt es Treffen mit anderen Hunden und ihren Menschen, aber dosiert. Ich habe mich bei solchen Treffen öfter ertappt, dass man mehr den Gesprächen Aufmerksamkeit geschenkt hat als den Hunden und das ist eher kontraproduktiv.

Ich finde es enorm wichtig, sich mit der Körpersprache der Hunde auseinanderzusetzen. Wenn meine Hunde z.B. extrem aufgeregt sind und ich es nicht schaffe, sie an diesem Tag auf andere Dinge zu konzentrieren, dann ist es ok und wir üben halt an einem anderen Tag. Mit viel Geduld, Vertrauen und Zeit kommt man sicher eher ans Ziel, als etwas zu erzwingen.

Jeder Spaziergang wird mit einer Übung beendet, die leicht ausgeführt werden kann und wird, sodass wir alle zufrieden nach Hause gehen.

 


Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken,
als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.
(Louis Armstrong)

 

 

 

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